Gartenarbeit - Blumen, Obst, Gemüsen, Rasen, Gartenhaus

Gärten, und hier vor allem der Kleingarten, sind eine beispiellose Erfolgsgeschichte in Deutschland, weil sie den Charakter der Bevölkerung so gut widerspiegeln: kontinuierliche Anstrengung und Weitergabe von Wissen, um etwas aufzubauen und weitergeben zu können bzw. in diesem speziellen Fall um Pflanzen gedeihen zu lassen, gleichzeitig der Austausch mit der Gemeinschaft, die Erholung nach getaner Arbeit und das Genießen der Natur. Gärten und dann besonders die Gartenarbeit sind einfach typisch Deutsch. Man sollte sich allerdings nicht wundern, dass auch Einwanderer nach Deutschland Gartenarbeit für sich entdeckt haben: überproportional viele Einwanderer bewirtschaften ihren eigenen Kleingarten, was wahrscheinlich nicht zuletzt durch die überwiegende Herkunft aus noch sehr agrarisch geprägten Gebieten dieser Welt begründet ist. So kann man durchaus sagen, dass Gartenarbeit im Kleingarten eine gute Integration in das hiesige Gemeinwesen darstellt.

Die Landflucht und die Verstädterung im Übergang zum 20. Jahrhundert begünstigten die Entwicklung von Kleingärten in Deutschland. Selbstverständlich stand anfangs die reine Produktion von zusätzlichen Lebensmitteln im Vordergrund; auch noch viele Jahre nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg. Mit dem Wirtschaftswachstum in Westdeutschland veränderte sich die Funktion des Kleingartens: die reine Lebensmittelproduktion trat in den Hintergrund, eine Mischung von Nutzgarten und Ziergarten bzw. Blumengarten, der auch der Erholung und Freizeit und nicht nur der reinen körperlichen Gartenarbeit diente, entwickelte sich zum Standard; mit zeitlicher Verzögerung auch bald in Ostdeutschland. Kleingärten sind heutzutage Wohlfühloasen und ökologische Nischen inmitten der Stadt oder am Stadtrand; aufgrund der Alterung der Bevölkerung werden Kleingärten weiterhin eine positive gesellschaftliche Funktion ausüben, die leider noch stark unterschätzt wird.

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